Mach es allen Recht/ Sei gefällig
Einer der Antreiber, die mir im Coaching besonders häufig begegnen ist der „Mach es allen Recht“ oder „Sei gefällig“ Antreiber. Man könnte auch sagen: Mit meinem Verhalten sorge ich dafür, dass es den Anderen gutgeht. In geringer Ausprägung sorgt dieser Antreiber dafür, dass wir uns gut auf unser Gegenüber einstellen können. Wir sind empathisch, zuvorkommend, tun anderen gern einen Gefallen, können uns selbst auch mal zurücknehmen. Alles tolle Eigenschaften.
Was, wenn es kippt?
Schwierig wird es dann, wenn der Antreiber seinem Namen gerecht wird und wir gar nicht mehr darüber nachdenken, ob wir unsere Bedürfnisse hinten anstellen wollen, weil es die Situation erfordert. Sondern sich unser Verhalten automatisch einstellt, so als könnten wir gar nicht anders. Wenn es zum Muster wird, zuerst an die Anderen zu denken, einem die eigenen Bedürfnisse gar nicht mehr auffallen – oder in der „schlimmsten“ Variante gar nicht mehr bewusst sind. Dann stehen immer die anderen im Fokus, wir verwenden viel Zeit und Energie darauf, sie glücklich zu machen, ihnen zu helfen. Wir nehmen Aufträge an, die wir vielleicht gar nicht wollen, mit denen wir uns überfordern oder die uns auf andere Weise nicht gut tun.
Was sind die Gründe?
Oft passiert dieses auch in der -unbewussten- Annahme, dass wir, wenn wir uns selbst in den Fokus nehmen, auf irgendeine Weise egoistisch sind.Wir könnten anderen zu viel werden oder kritisch betrachtet werden. Es ist etwas, dass ich als „Harmoniefalle“ bezeichne: ich sorge mit permanentem Entgegenkommen dafür, dass mein Gegenüber mich mag und keine Konflikte entstehen. Die Angst davor, diese nicht aushalten zu können, ist gross.
Bei einer Klientin in meiner Praxis führte das dazu, dass sie sich bei Anfragen zu ihrem Business sofort unter Druck fühlte,den Auftrag anzunehmen. Sie dachte nicht grossartig darüber nach, ob das gut für sie war. Sie schickte Angebote los, die zu wenig definiert und unklar waren. Das brachte sie wiederum in die Lage, mehr zu tun, als normalerweise erforderlich war. Damit geriet sie in eine zeitliche und energetische Überforderung.
Was kann man tun, um dem entgegenzuwirken?
- Wann tritt das Muster auf – wann nicht? Das gibt es nämlich tatsächlich auch.
- Was trägt dazu bei, dass das eigenen Verhalten in diesen Situationen ein anderes ist, welche Begleitumstände gibt es (örtlich, personenabhängig, meine eigene Verfassung etc.)
- Wie kann man diese irgendwie beeinflussen? (Kann man häufig), um sich damit in eine bessere Position zu bringen. Eine Position, in der man weniger Druck spürt. Die dafür sorgt, dass man Zeit zum Nachdenken bekommt, um bessere Entscheidungen treffen zu können.
